Der Feuerreiter

 

Der Feuerreiter

 

Vor  vielen, vielen Jahren wurde Stavenhagen von einer großen Feuersbrunst heimgesucht.

Unglücklicherweise herrschte ein sehr starker Sturm,

so dass die Flammen von Haus zu Haus getrieben wurden

und die Gefahr der Einäscherung der ganzen Stadt bestand.

Zum Erstaunen der verängstigten Einwohner sprengte plötzlich ein Reiter,

von einem benachbarten Gut stammend, in die Stadt.

Er ritt um das Feuer herum, wobei er unverständliche Worte murmelte.

Niemand konnte sich erklären, was das zu bedeuten hatte.

Sicherlich waren es Zauberworte und Beschwörungen gewesen.

Auf einmal gab er seinem Pferde die Sporen und sprengte davon.

Nun geschah das Wunder!

Geballt zu einem großen Knäuel, folgte das Feuer dem Reiter.

Als dieser beim Teich am Stadtrand angekommen war,

gab er seinem Ross die Sporen und sprang in hohem Bogen in das nasse Element.

Siehe da, der ihn verfolgende Feuerball setzte ihm nach und verschwand in der Tiefe.

Hier nun soll es weiterbrennen und das Wasser im Winter so erwärmen,

dass der Teich auch bei strengstem Frost nicht zufriert.

Ross und Reiter aber konnten sich glücklich ans andere Ufer retten, worauf sie dann verschwanden.

 

 

Eine alte Stavenhagener Sage, aufgeschrieben von Fritz Klose