Chronik der Freiwilligen
Feuerwehr Stavenhagen
1922-1944
Das 50jährige Bestehen konnte nicht gefeiert werden es fiel mitten in den I Weltkrieg.
In Vorbereitung des 60. Gründungstages wurde im Jahre 1923 ein Spielmannszug mit Pfeifen und Trommeln aufgestellt. Zum 60. Jubiläum stand die Stadt 3 Tage in Feststimmung.
Zehn Feuerwehrkapellen Spielten Tag und Nacht.
Diese Feierlichkeiten wurden mit dem 31. Mecklenburgischen Feuerwehrverbandstag in Stavenhagen begangen.
Kameraden von 111 mecklenburgischen Feuerwehren waren hierzu nach Stavenhagen delegiert worden.
Beschlossen wurde hier unter anderem, ein Feuerwehrabzeichen zu schaffen, eine befriedigendere Regelung der Unfallentschädigung sowie eine Änderung der Landesfeuerwehrordnung.
Die Stavenhagener Wehr zählte damals 55 Mitglieder.
Als das Tausendjährige Reich hereinbrach, schrieb auch die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr dunkle Seiten.
Die Wehr wurde als Hilfspolizei der SS unterstellt; alle Mitglieder erhielten ein Seitengewehr, dazu den Hitlerpolizeiadler am linken Ärmel so wurde das Ehrenkleid zur Zwangsjacke.
Aushalten, durchhalten und Schnauze halten hieß die Devise
“Wi löschen bi arm un riek un frogen nich nach Politik …“
Mit Kriegsausbruch mussten viele Kameraden das Strahlrohr mit der Waffe vertauschen; einige ließen ihr Leben.
Um diese Lücke zu schließen, musste die Wehr 1942 eine Löschtruppe der Hitlerjugend aufbauen; viele ältere Bürger wurden dienstverpflichtet.
Während der Terrorangriffe auf die Altstadt von Rostock 1942 musste auch die Stavenhagener Wehr dorthin zur Brandbekämpfung ausrücken.
In Stavenhagen war die Feuerwehr in jener Zeit im Eiskeller am Gülzower Damm untergebracht das Löschfahrzeug stand getarnt unter den Linden .

Fotos folgen