Stadt macht Wehr-Fusion zur Geheimsache

 

Stadt macht Wehr-Fusion zur Geheimsache

Die Pribbenower und Stavenhagener Feuerwehren haben sich zusammengeschlossen. Wie viele Stavenhagener Feuerwehrleute aber gegen den Zusammenschluss votiert haben und warum, das verschweigt die Stadtverwaltung. Warum diese Geheimniskrämerei?

Die Freiwillige Feuerwehr Pribbenow gibt es nicht mehr. Die Kameraden und das neu gebaute Gerätehaus sind jetzt Bestandteil der Stavenhagener Feuerwehr. Foto/Archiv: Eckhard Kruse
Die Freiwillige Feuerwehr Pribbenow gibt es nicht mehr. Die Kameraden und das neu gebaute Gerätehaus sind jetzt Bestandteil der Stavenhagener Feuerwehr. 

Eins ist sicher: Die beiden Freiwilligen Feuerwehren aus Pribbenow und Stavenhagen sind nun vereint. Die Kameraden haben mehrheitlich für die Fusion gestimmt, teilte die Stadtverwaltung dazu mit. Die Pribbenower Feuerwehrleute gelten nun als Löschgruppe der Stadtwehr. Wie viele Feuerwehrleute aber überhaupt für oder gegen die Zusammenlegung votiert haben, dazu will sich die Stadt nicht äußern. Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos) teilte dazu lediglich mit, dass alle anwesenden Pribbenower Kameraden für die Fusion gestimmt haben. Alles andere –
wie viele Feuerwehrmänner und -frauen dabei waren und wie viele Stavenhagener mit Ja und Nein stimmten, das will der Bürgermeister nicht verraten. An diesen Informationen könne er kein öffentliches Interesse erkennen, meinte Mahnke.

Das lässt natürlich Raum für Spekulationen. Ist die Fusion nur mit einer knappen Mehrheit durchgegangen? Hat es vielleicht vorab heftige Diskussionen über den Sinn und Zweck gegeben? Und haben sich vielleicht nur ganz wenige Feuerwehrleute für die Versammlung interessiert, sodass man sogar von einem Desinteresse ausgehen muss? Das alles muss mit dieser Nichtbeantwortung einer Presseanfrage auch unbeantwortet im Raum stehen bleiben. Es bleibt auch offen, aus welchen Gründen Stavenhagener Kameraden gegen die Fusion votiert oder sich ihrer Stimme enthalten haben.

Nicht alle Kameraden von Fusion überzeugt

Die Verwaltung gab in ihrer Pressemitteilung nur so viel Preis: Die Eingliederung sei mehrheitlich mitgetragen worden. Damit hätten sich die Kameraden hinter den Fusions-Beschluss der Stadtvertretung gestellt. Bei der Neuwahl des Vorstandes sei Ex-Wehrführer Thomas Manke zum Gruppenführer der Löschgruppe Pribbenow gewählt worden und in den Vorstand der Wehr gerückt. Die Kameraden hätten den Vorstand dann einstimmig bestätigt und auch noch eine neue Satzung beschlossen.

Doch mit den Gegenstimmen ist eins klar: Nicht alle Kameraden sind vom Sinn der Fusion überzeugt. Das liegt wohl kaum an persönlichen Befindlichkeiten. Es hat vielleicht mit den noch nicht ausgereiften Ausrückevorschlägen oder weiteren Gründen zu tun. Denn momentan ist noch nicht genau geregelt, wie man es verhindern kann, dass die gesamte Stavenhagener Feuerwehr zu einem winzigen Brand in Pribbenow oder Jürgenstorf ausrücken wird. Denn jetzt werden alle Kameraden gemeinsam alarmiert. Man arbeite an einer Lösung, hieß es.

Dass es Gegenstimmen gab, verwundert überhaupt: Denn die Verwaltung sprach im Vorfeld der Fusion davon, dass beide Wehrleitungen und auch die Kameraden mit der Zusammenlegung der Wehren Stavenhagen und Pribbenow einverstanden waren.

Die Stadt interpretiert das Ergebnis der Versammlung für sich folgendermaßen: „Insgesamt war zu spüren, dass die Kameraden die Fusion begrüßen“, steht in der Pressemitteilung. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde hier eine nachhaltige, in die Zukunft gerichtete Feuerwehrstruktur geschaffen.

Für Amtswehrführer Geritt Lange macht die Fusion für die Stadt aus Kostengründen Sinn. Zwei Feuerwehren seien eben teurer als eine große Wehr. Und auch das Gerätehaus sei ja zu klein für eine eigenständige Feuerwehr in Pribbenow. Die Kameraden aus dem Ortsteil würden aber nach wie vor separat alarmiert werden können, weiß Lange und wundert sich nicht wenig, dass er zur Fusions-Versammlung gar nicht eingeladen war.